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Katzenfrau

Mein Miauen dringt durch die Straßen. Es klingt verzweifelt und doch lieblich. Doch niemand vernimmt es. Wer will schon eine ausgesetzte Katze wahrnehmen? Noch immer warte ich auf die Person, die mir den Schnee aus dem Fell streicht und mir ein zu Hause gibt.

Ich sehe es, fühle es. Ich liege eingerollt auf einem weichen Teppich, der sich über den Boden erstreckt. Er ist wollig war. Und neben mir sitzt dieser große schlanke Mann, der mich zärtlich streichelt. Ich genieße seine Streicheleinheiten, denn ich liebe ihn. Und er liebt mich, zumindest gibt er mir Schutz und Wärme. Selbst wenn er arbeitet. Doch um ihn für eine gewisse Zeit zu entspannen, verlange ich nach etwas Aufmerksamkeit. Ich bin kein dummes Tier, ich bin wie ein Mensch. Ich kann denken, fühlen und verstehen. Doch niemand außer ihm hat das verstanden. Und er behandelt mich wie seine Geliebte.

Abends wenn er schläft, lege ich mich neben ihm und gebe ihnen einen sanften Kuss. Er lächelt dann meist und nimmt mich in seine Arme: In diesen Augenblicken ist mein Wunsch eine Menschenfrau zu sein am Größten. Doch würde er mich als Mensch genauso lieben? Vielleicht. Meine Gefühle für ihn wären nicht anders.

Vor kurze sind wir umgezogen. In ein Haus mit einen offenen Kamin. Und dort hat er mich betrogen. Er nahm eine dieser Menschweiber zu sich in sein Bett. Ich war nur noch Luft. Tagelang starrte ich traurig in das Feuer des Kamins. Einsam, erfroren… Ich wollte Wärme spüren. Wärme wie die, die von den Flammen kam. Es sprach mit mir, wollte mich wie er wärmen, dass Feuer im Kamin. Vorsichtig folgte ich seiner Stimme, ging ins Feuer und rollte mich dort ein. Mein Liebster hatte mir das Herz gebrochen. Nur das Feuer liebte mich noch. Es umhüllte mich, gab mir Wärme, sehr viel Wärme. Nur mein Maunzen drang noch an die Umgebung um mich rum und entfloh mit dem schwarzen Rauch aus dem Schornstein. Hin zu meinen Schwestern.

Ein letztes Mal öffne ich meine Augen. Mein schwarzes Fell ist immer noch von weißem Schnee bedeckt. Wie in einer Decke gehüllt liege ich da. Ich weiß, dass er irgendwo da draußen nach mir sucht und mich nun nicht finden wird, weil es zu spät ist. Ich weiß, dass er sich nach mir sehn, doch nun muss er auf das nächste Leben warten. Bis zu diesem Treffen, werde ich alle Erinnerungen an ihm in meinen Träumen wiegen und die letzte Kälte aus meinen Knochen vertreiben. Ich fühle, wie die Flammen um mich greifen, mir wird warm. Bald bin ich Asche, ich muss nur noch die Augen schließen, dann kann ich schlafen und mich erinnern. Als ich die Augen schließe, höre ich ein letztes Mal seine Stimme, die sanft meinen Namen flüstert. Er drückt mich liebevoll an sich und heißt mich in der neuen Welt willkommen.
14.11.08 15:15
 


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